Einnahmen, Ausgaben, Kosten, Sparen, Konto Überziehung
Trennstrich
Trennstrich
Trennstrich
Trennstrich
Trennstrich
Trennstrich


SHW Privatschuldnerberatung e.U.     SHW Privatschuldnerberatung e.U.    


SSL Datensicherheit


Privatkonkurs Pleite Notstand Hilfe Kredit Konto Zinsen GläubigerSchulden Schuldenprävention Haushaltsbudget Finanzanalyse
Bürgschaft Delogierung Schuldner Exekution Existenzminimum Krida

Krise und Wohnungsnot: Junge ziehen später aus



Wirtschaftskrise und Wohnungsnot halten immer mehr junge Menschen in Österreich im elterlichen Heim. Jugendforscher Matthias Rohrer sieht akuten Handlungsbedarf seitens der Politik.

Marie-Christine wohnt in einer Altbauwohnung direkt neben dem Schloss Belvedere. Sie hat ein Schlafzimmer, ein weiß gefliestes Bad und einen begehbaren Kleiderschrank. Die Küche und das mit Holz verkleidete Wohnzimmer teilt sich die 26-jährige Wienerin mit einer Mitbewohnerin. Diese heißt Gabriele, ist Anfang 50 und arbeitet im Marketing. Und sie ist Marie-Christines Mutter.

Fast jeder vierte Österreicher zwischen 25 und 34 Jahren lebt noch bei seinen Eltern. Das besagt eine 2013 veröffentlichte Eurostat-Statistik. Und die Zahlen steigen Jahr für Jahr kontinuierlich - waren es 2008 noch 22,7, sind es nun 23,9 Prozent. Doppelt so viele wie im Nachbarland Deutschland. Bei den 18- bis 24-jährigen Österreichern lebt sogar mehr als die Hälfte noch bei den Eltern.

Klischee vom faulen Nesthocker

Nicht nur Bequemlichkeit hält so viele junge Menschen zu Hause. Oft ist es die schlichte Notwendigkeit. Das Klischee vom faulen “Nesthocker” trifft immer seltener zu. Seit Beginn der Wirtschaftskrise ist die Arbeitslosigkeit bei den Jungen europaweit gestiegen. Hinzu kommt eine prekäre Lage am Wohnungsmarkt.

Marie-Christine ist also kein Einzelfall. So muss auch der 30-jährige Angestellte Marco mit seiner Freundin bei ihren Eltern einziehen, weil das Paar keine leistbare Wohnung in Wien findet. Und der 25-jährige WU-Student Hassan teilt sich trotz unzähliger Nebenjobs mit seinem kleinen Bruder ein Zimmer im elterlichen Heim.

Jugendforscher: Entwicklung alarmierend

Für Matthias Rohrer vom Wiener Institut für Jugendkulturforschung ist diese Entwicklung wenig überraschend, wie er im KURIER-Gespräch betont. Drei Faktoren seien ausschlaggebend: Familien haben im Schnitt weniger Geld zur Verfügung als noch vor ein paar Jahren, der Berufseinstieg für junge Menschen ist schwieriger und der Wohnraum teurer geworden.

„Selbst mit einem 40-Stunden-Job können sich manche nur schwer Wohnraum leisten“

Tatsächlich sind allein seit Jänner die Mietpreise in Wien um vier Prozent gestiegen. Jugendforscher Rohrer sieht Grund zur Sorge: „Selbst mit einem 40-Stunden-Job können sich manche nur schwer Wohnraum leisten.“ Oftmals bleibt jungen Menschen nur eine Alternative zur eigenen Wohnung: Wohngemeinschaft, Studentenheim oder eben die elterliche Wohnung. Rohrer sieht akuten Handlungsbedarf seitens der Politik: Er fordert mehr Wohnförderung und einen vereinfachten Zugang zu sozialen Wohnungen für junge Menschen. Wichtig seien auch adäquate kleinere Wohnungen für eine Generation mit immer größerem Singleanteil.

Politik greift zu kurz

Wo die Politik zu kurz greift, müssen die Eltern einspringen. Selbst wenn die Kinder Ende 20 sind und eine abgeschlossene Ausbildung haben - und damit eigentlich keine Kinder mehr sind. Dabei ist Österreichs Jugend weit von spanischen oder griechischen Arbeitslosenzahlen entfernt. Dennoch sind es auch hierzulande viele Akademiker, die bei ihren Eltern bleiben. Oft ist es der gewohnte Lebensstandard, der einen Auszug unattraktiv macht. Aber auch der schwierige Jobeinstieg ist ein Faktor. „Eine abgeschlossene Ausbildung ist heute keine Garantie mehr für einen guten Job. Ein Studium hilft auch nicht, eine eigene Wohnung zu finanzieren“, sagt Rohrer.

Auch Marie-Christine ist fertig studierte Betriebswirtin, arbeitet im Anzeigenverkauf. Nach einer eigenen Wohnung hat sie sich dennoch nie umgesehen. Und dabei wird sie zu Hause nicht verwöhnt: Bei Marie-Christine und Mutter Gabriele ist jeder für seinen Bereich verantwortlich, auch ein Teil der Miete wird von der Tochter bezahlt. Sie verreisen zu zweit, gehen auf Partys, kleben gemeinsame Fotos ins immer größer werdende Fotoalbum. „Wir sind ein bisschen wie die Gilmore Girls“, berichten beide einstimmig. Aber nicht nur das hält sie zu Hause. „Ich fühle mich sicherer bei meiner Mutter“, gibt Marie-Christine zu.

Jugend fühlt sich machtlos

Jugendforscher Rohrer kennt dieses Szenario: „Viele fühlen sich gegenüber Unsicherheitsfaktoren wie Krise, Politik und Arbeitslosigkeit machtlos.” Sind junge Menschen heutzutage also ängstlicher? “Die Zukunft wird immer weniger planbar“, erklärt Matthias Rohrer. „Und wenn etwas weniger planbar wird, steigt natürlich auch die Sorge.“

Mieten galoppieren dem Einkommen davon

Die Wohnungsmieten in Österreich sind seit 2005 weit stärker gestiegen als Inflation und Einkommen.

Wohnungsmieten: Veränderung 2003 bis 2012 pro Jahr in %
(Zum Vergrößern klicken Sie auf die Grafik)

Der Anstieg der Wohnungsmieten in Österreich ist in den letzten Jahren überproportional ausgefallen, belegt eine Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts. Wie das Wifo anhand von Mikrozensus-Daten zeigt, wurden die Preise bei bestehenden Hauptmietverträgen im Zeitraum 2005 bis 2012 um durchschnittlich 3,0 Prozent pro Jahr angehoben. Die allgemeine Teuerung lag bei 2,1 Prozent pro Jahr, die verfügbaren Haushaltseinkommen legten um 2,3 Prozent pro Jahr zu.

Vergleichsweise moderat waren die Mieterhöhungen bei Gemeindewohnungen mit durchschnittlich 2,2 Prozent pro Jahr. Auch die Mieten für Genossenschaftswohnungen stiegen mit 2,4 Prozent pro Jahr nur wenig schneller als die verfügbaren Einkommen. Deutlich stärker haben aber private Eigentümer von Hauptmietwohnungen an der Preisschraube gedreht: Hier war die Teuerung mit 4,2 Prozent pro Jahr doppelt so hoch wie der Anstieg der Verbraucherpreise insgesamt.

Kaum Abschlag für befristete Verträge

Die Miete für Altbauwohnungen unterliegt meist den Obergrenzen der Richtwertsätze. Die Mieten für neuvermietete Wohnungen im Richtwertsystem und die "freien und angemessenen Mieten" unterscheiden sich laut Wifo im Niveau nicht. Der durchschnittliche Mietzinsanstieg zwischen 2005 und 2012 war für die Richtwertmieten kaum geringer als auf dem freien Markt. Auch der durchschnittliche Mietzins einer unbefristet und einer befristet vermieteten Wohnung unterscheidet sich nicht signifikant. Ein Abschlag für befristet vergebene Wohnungen - wie im Mietrechtsgesetz vorgesehen - sei außer für Gemeindewohnungen "nicht zu erkennen", so die Wifo-Experten.

Quelle: "kurier.at", 12.08.2013

Anmerkung in eigener Sache:

Laden Sie sich unser kostenloses Haushaltsbuch herunter und gewinnen so einen detaillierten Überblick Ihrer Haushaltsausgaben und somit auch über Ihr eventuelles Einsparungspotential.

Besuchen Sie uns auch auf facebook ...

 

Bis zu 40% im Monat sparen:

Bestellen Sie Ihre persönlich berechnete und kostenlose
Haushaltsbudgetempfehlung

 

Erklärungsvideo


Finanzen, Haushaltsbudgetanalyse, Schulden reduzieren, Kredite abbezahlen, schuldenfrei
 

schuldenhilfswerk.at | Laimburggasse 11, 8010 Graz | Kontakt: office@schuldenhilfswerk.at | Impressum | AGB